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Logopädie


Was ist Logopädie?


Logopädie ist aus dem griechischen „logos“ (Wort) und „pädein“ (erziehen, lehren) hergeleitet. Übergeordnetes Ziel der logopädischen Therapie ist es, die Kommunikationsfähigkeit des Menschen wiederherzustellen oder zu verbessern. Kommunikation ist ein Grundbedürfnis des Menschen: Die Kontaktaufnahme mit der Umwelt erfolgt weitgehend über die Sprache. Welche zentrale Bedeutung sie für das Leben des Einzelnen hat, wird besonders dann deutlich, wenn die elementaren Funktionen Sprechen und Hören beeinträchtigt sind oder ganz ausfallen.

Die Logopädie beschäftigt sich mit Personen, deren Kommunikationsfähigkeit aufgrund verschiedener Ursachen gestört ist. Stottern, Lispeln, Heiserkeit, Sprachverlust nach einem Schlaganfall: es gibt viele Störungen der Sprache, der Stimme und des Sprechens, die Logopäden behandeln. Wichtig ist, dass dies frühzeitig geschieht, um negative Folgen zu verhindern oder möglichst gering zu halten. Sprachentwicklungsstörungen im Kindesalter etwa können zu Lese-Rechtschreib-Schwäche führen und damit die persönliche und berufliche Entwicklung hemmen.

Welche Personen benötigen logopädische Hilfestellung?
Das Patientenspektrum von Logopäden reicht vom Kindergartenkind bis zum alten Menschen. Angehörige vieler Berufsgruppen nehmen logopädische Hilfe in Anspruch, oft solche, bei denen es auf Sprache ankommt: Dazu zählen beispielsweise Lehrer, Rundfunk- und Fernsehmoderatoren, die unter wiederkehrender Heiserkeit leiden, oder auch Sänger und Schauspieler, deren Stimme überlastet ist. In der logopädischen Behandlung lernen sie verschiedene Techniken, um ihre Stimme ökonomisch einsetzen zu können.

Ein inhaltlich ganz anderer Bereich ist die logopädische Behandlung bei schweren Sprachstörungen wie der Aphasie. Aphasiker sind Menschen, deren Sprechvermögen oder Sprachverständnis aufgrund einer Hirnschädigung stark beeinträchtigt oder ganz verloren gegangen ist. Ursachen können ein Schlaganfall, ein Hirntumor oder auch eine Unfallverletzung sein.

Wie arbeiten Logopäden?
Auf Grundlage einer umfassenden Diagnose wird ein gezielter Therapieplan erstellt, der je nach Fall mehrere Monate oder auch Jahre umfassen kann. Ebenfalls langwierig ist die Behandlung von stotternden Menschen, für die die Logopädie unterschiedliche Ansätze und Konzepte bereithält. Aufgrund der Breite des Behandlungsspektrums spezialisieren sich viele Logopäden im Laufe ihres Berufslebens auf ein bestimmtes Fachgebiet.


Was beinhaltet die Logopädie-Ausbildung?


Folgende Fächer stehen auf dem Lehrplan:

  • Logopädie
  • Phoniatrie
  • Anatomie und Physiologie
  • Phonetik/Linguistik
  • Stimmbildung
  • Sprecherziehung
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Pädiatrie und Neuropädiatrie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Neurologie und Psychiatrie
  • Kieferorthopädie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Pathologie
  • Aphasiologie
  • Audiologie und Pädaudiologie
  • Elektro- und Hörgeräteakustik
  • Psychologie und klinische Psychologie
  • Soziologie
  • Pädagogik und Sonderpädagogik
  • Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde

Neben dem Kursunterricht wird in Kleingruppen geübt, Projektarbeit durchgeführt, bei Behandlungen hospitiert und selbstständig unter Anleitung erfahrener Lehrkräfte therapiert. Abgerundet wird die praktische Ausbildung durch externe Praktika in Kliniken und logopädischen Praxen.


Wie lange dauert die Ausbildung?

 

Nach drei Jahren endet die Ausbildung mit der Prüfung zur staatlich anerkannten Logopädin bzw. zum staatlich anerkannten Logopäden.


Wie sind die Chancen von Logopäden auf dem Arbeitsmarkt?


Der Bedarf an Logopäden in Deutschland ist nach wie vor groß und steigt in einigen Bereichen sogar noch. Die Ursachen für diese Entwicklung liegen unter anderem in der Zunahme von Erkrankungen, mit denen auch Sprachstörungen verbunden sind. Immer häufiger treten Sprachentwicklungsverzögerungen bei Vorschulkindern auf, die durch die logopädische Therapie beseitigt oder verringert werden können. Wachsender gesellschaftlicher Leistungsdruck verursacht vermehrt Stimmstörungen bei Angehörigen von Sprechberufen.

Auf dem Gebiet der neurologischen Sprach- und Sprechstörungen (z.B. Sprachverlust nach Schlaganfällen) entsteht durch die verbesserten intensivmedizinischen Möglichkeiten ein erhöhter Bedarf an logopädischer Therapie.

 

Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es für Logopäden zum Beispiel in:

  • logopädischen Praxen
  • Krankenhäusern
  • Spezialkliniken
  • Rehabilitationszentren
  • Behinderteneinrichtungen
  • Facharztpraxen

Einige Logopäden machen sich selbstständig und arbeiten in der eigenen Praxis. Nach einer entsprechenden Qualifikation ist die Arbeit als Lehrkraft an einer Logopädieschule möglich.

Welche Zugangsvoraussetzungen benötige ich?


Sie benötigen das Abitur, den Realschulabschluss oder eine gleichwertige abgeschlossene Schulbildung. Alternativ: Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung.


Wie bewerbe ich mich für die Logopädie-Ausbildung?


Bitte schicken Sie uns folgende Unterlagen zu:

  • Anschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • 2 Passbilder
  • Bewerbungsbogen (können Sie sich rechts herunterladen)
  • Kopie des Schulabschlusszeugnisses (oder des letzten Zeugnisses)
  • Kopien der Ausbildungszeugnisse (Gesellenbrief und Berufsschulzeugnis – wenn vorhanden)
  • Kopien der Arbeitszeugnisse (wenn vorhanden)
  • HNO-Untersuchung mit Spiegelbefund

Wir bieten Ihnen ebenfalls die Möglichkeit, sich bei uns online zu bewerben. Bitte klicken Sie hierzu auf den Link Online-Bewerbung.


Was entscheidet über meine Teilnahme?


Jeder Bewerber nimmt an einem Aufnahmeverfahren teil. Dieses beinhaltet:

  • ein persönliches Gespräch
  • logopädische Überprüfung der Sprache und der Stimme
  • logopädische Überprüfung orthografischer und grammatischer Kenntnisse