Das Seepferdchen in der Strahlenphysik
Die angehenden medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen Susann Schneider und Franziska Schott berichten über ihre Erfahrungen aus dem Fach Strahlenphysik:
„Am Anfang unserer Ausbildung zur MTRA war das Fach Strahlenphysik für viele neu. Es dauerte eine Weile bis wir mit den vielen Fachbegriffen wie Korpuskularstrahlung, Abstandsquadratgesetz und Halbwertszeit vertraut waren. Seit Beginn des zweiten Ausbildungsjahres wurde der Theorieteil durch den Praxisunterricht ergänzt. Unsere Aufgabe besteht darin, verschiedene Versuche in unterschiedlichen Themenbereichen durchzuführen. Hinzu kommt ein fächerübergreifender Aspekt, da auch Inhalte aus den Fächern Nuklearmedizin, radiologische Diagnostik und Statistik einfließen.

Je mehr Versuche wir durchführten, desto besser wurde das Verständnis für die Begriffe. Die von Radium 226 emittierte ionisierende Strahlung untersuchten wir in einem Versuch unter Anwendung eines Magnetfeldes. Wir stellten fest, dass sich Korpuskularstrahlungen in verschiedene Richtungen ablenken lassen. Mit der ‚Drei-Finger-Regel' konnten wir dies unter Berücksichtigung der gemessenen Zählraten auch erklären. In Versuchen mit anderen radioaktiven Präparaten vertieften wir unser Wissen über den Strahlenschutz und verstanden die Notwendigkeit der Einhaltung von Strahlenschutzmaßnahmen. Vor allem war uns jetzt klar, dass die Einhaltung nicht nur im Praxisunterricht, sondern auch im späteren Berufsleben unbedingt erforderlich ist.
Viel Spaß hatten wir auch bei der Belichtung und Entwicklung von kleinen Röntgenfilmen. Als Objekte dienten uns Muscheln, Wasserschnecken, der Wirbel und der Unterkiefer eines Hasen und ein Seepferdchen. So erhielten wir praktische Hinweise für die bildgebende Diagnostik und die Bildverarbeitung. Unser Fazit: Durch das Prinzip des fächerübergreifenden Unterrichts im Fach Strahlenphysik bekamen und bekommen wir noch heute ein immer besseres Verständnis für die Theoriefächer.“
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